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Hebekissen

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Hebekissen auf dem Anti-Terror-Pack der 2. Bergungsgruppe

Allgemein

Hebekissen sind sehr robuste Gummikissen, die mit einem Druckluftanschluss versehen sind. Durch Aufpumpen der Hebekissen mit Druckluft ist man in der Lage, schwere Gegenstände (z.B. LKW, Betontrümmer) anzuheben.

Die Hebekraft wird durch folgende Formel erklärt: Fläche mal Druck ergibt Kraft. Bei einer Grundfläche von beispielsweise 0,5 m2 und einem Druck von 8 bar ergibt sich eine Hebekraft von 400 kN - ausreichend um 40t zu heben.
Die Hubkraft der Hebekissen nimmt allerdings mit steigendem Hub ab, da durch die Ausbauchung der Hebekissen beim Aufpumpen deren Auflagefläche immer weiter abnimmt. Um die Hebekissen weniger prall aufpumpen zu müssen, können zwei Hebekissen übereinander gelegt werden.

Manchmal finden auch Hebesäcke Verwendung (nicht StAN). Diese werden mit geringeren Drücken (< 1bar) verwendet und sind aus leichterem Material.

Hebekissen der Bergungsgruppe 1

Auf dem GKW1 der ersten Bergungsgruppe sind nach StAN rechteckige Hebekissen verlastet.

Der Hebekissensatz der Bergungsgruppen besteht aus 2 rechteckigen Hebekissen, drei speziellen Druckluftschläuchen, dem Doppelsteuerorgan und einer Druckluftflasche sowie diversen Adaptern, um andere Druckluftquellen (z.B. Baukompressor, Reifenfüllanlage, Druckluftbremsanlage von LKW) zu verwenden. Mit dem Doppelsteuerorgan kann man die beiden vulkanisierten Gummikissen unabhängig voneinander aufblasen. Sollte die Hubweite eines Kissens nicht ausreichen, dürfen zwei Hebebissen übereinander gelegt werden.

Hebekissen der Bergungsgruppe 2

Für die 2. Bergungsgruppe Typ B gibt es dank Anti-Terror-Pack größere Hebekissen. Diese Hebekissen habe eine runde Form und sind beim THW in zwei verschiedenen Größen zu finden. Diese Kissen heben bis zu 132 Tonnen und sind für einen maximalen Arbeitsdruck von 10bar ausgelegt. Da diese Hebekissen über Gewinde miteinander verschraubt werden können, ist es technisch möglich, mehr als zwei Hebekissen übereinander zu verwenden. Davon ist allerdings abzuraten. Die Stabilität ist bei mehr als zwei Hebekissen nicht mehr gewährleistet.

Zum Hebekissensatz der zweiten Bergungsgruppen Typ B gehören neben Druckluftkabeln und -adaptern auch Unterbausätze aus Hartplastik. Das sind Keile mit Stufenraster und passende Gegenstücke. Damit ist das schrittweise Anpassen der Höhe mit einem Handgriff möglich. Außerdem sind stabile Platten enthalten, die über ein Gewinde mit den Hebekissen verbunden werden und als Auflagefläche für die Last dienen. Unterlegmatten zum Schutz der Kissen vor scharfkantigem Bodenbelag komplettieren den Satz.

UVV

Die rechteckigen Hebekissen müssen zu mindestens 2/3 ihrer Fläche unter der Last liegen. Für die runden Kissen gilt, dass die Last auf dem (roten) festen Bereich aufliegen muss. Es dürfen keine scharfkantigen Gegenstände (Scherben, Schotter, etc.) unter den Hebekissen liegen. Der normale Arbeitsdruck liegt bei 8 bar, d. h. für Druckluft aus Flaschen muss ein geeigneter Druckminderer verwendet werden. Die Hebekissen können in jeder Lage (vertikal, horizontal, etc.) verwendet werden. Hebekissen müssen turnusmäßig geprüft werden, und spätestens nach 17 Jahren ausgesondert werden.

Beim Heben einer Last mit Hebekissen ist diese fortlaufend zu unterbauen.


Weblinks

  • Vetter - Hersteller der üblichen Hebekissen
  • Pölz - Hersteller der großen ATP-Hebekissen