Mehrzweckboot

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Symbolbild des MZB
LKW-Ladekran mit Anh. Mehrzweckboot "Cora" des THW OV Rüsselsheim
Taktisches Zeichen Mehrzweckboot THW
MZB des OV Saarlouis in Fahrt
Mehrzweckboot des THW OV Seligenstadt in der Fahrzeughalle


fehlt
Fahrzeugdaten
Besatzung: 1 / 9
Außenbordmotor: 30 kW
Geschwindigkeit: 30 kn
Verwendet von: Fachgruppe Wassergefahren
Nutzlast: > 2 t
Transport: Einachs-Bootsanhänger (2 t Nutzlast; Slipeinrichtung/Winde)

Allgemeines

Das Mehrzweckboot ist ein Wasserfahrzeug des Technischen Hilfswerk zur Durchführung technischer Hilfeleistungen auf und an Gewässern. Es wird insbesondere durch Einheiten der Fachgruppe Wassergefahren eingesetzt und dient je nach Ausführung unter anderem dem Transport von Einsatzkräften und Material, der Rettung und Evakuierung von Personen sowie der Unterstützung bei Hochwasser- und Überschwemmungslagen.


Aufgaben

  • Transport von Einsatzkräften auf dem Wasser
  • Transport von Einsatzmaterial und Ausrüstung
  • Rettung und Evakuierung von Personen
  • Rettung und Bergung von Tieren
  • Bergung und Sicherung von Sachwerten
  • Unterstützung bei Hochwasser- und Überschwemmungseinsätzen
  • wasserseitige Erkundung von Einsatzstellen
  • Absicherung von Einsatzstellen auf dem Wasser
  • Unterstützung technischer Arbeiten auf und am Wasser
  • Unterstützung anderer THW-Einheiten und Einsatzorganisationen
  • Unterstützung von Mehrzweckpontons in seichtem Wasser
  • Unterstützung von Mehrzweckarbeitsbooten in seichtem Wasser

Ausrückeordnungen

Mehrzweckboote zeichnen sich durch ihre vielseitige Verwendbarkeit, ihren vergleichsweise einfachen Aufbau und ihre Möglichkeit zum Transport auf einem Bootstrailer aus. Dadurch können sie unabhängig vom Standort an unterschiedliche Einsatzstellen verbracht und dort zu Wasser gelassen werden.


Technik

Mehrzweckboote gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Ältere, beim THW eingesetzte Boote dieses Typs verfügen häufig über einen Knickspanter-Rumpf aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK).

Die Bauweise ermöglicht eine Kombination aus relativ geringem Eigengewicht, ausreichender Stabilität und guter Eignung für den Transport auf einem Trailer. Durch die offene beziehungsweise zweckmäßig gestaltete Bauform können Personen, Material und Einsatzmittel aufgenommen werden.

Die konkrete Ausstattung und Motorisierung unterscheiden sich abhängig von Baujahr, Ausführung und örtlicher Ausstattung.

Mehrzweckboote werden üblicherweise durch einen Außenbordmotor angetrieben. Bei älteren Booten kommen teilweise Motoren zum Einsatz, die bereits bei der ursprünglichen Beschaffung beziehungsweise während der früheren Nutzung verwendet wurden. Andere Boote wurden im Laufe ihrer Dienstzeit mit moderneren Außenbordmotoren ausgerüstet.

Die Motorisierung wird an die Größe und den vorgesehenen Einsatzzweck des jeweiligen Bootes angepasst. Je nach Ausführung können die Boote über Pinnen- oder Steuerstandsteuerung verfügen.

Ausstattung

Die konkrete Ausstattung eines Mehrzweckbootes ist abhängig von der jeweiligen Ausführung und dem Standort. Zur typischen Ausstattung beziehungsweise zum Betrieb gehören unter anderem:

  • Außenbordmotor
  • Kraftstoffversorgung
  • Rettungs- und Sicherheitsausstattung
  • Kommunikationsmittel
  • Beleuchtungsmittel
  • Bootstrailer
  • persönliche Schutzausrüstung der Besatzung
  • einsatzbezogene Zusatzbeladung

Je nach Einsatzauftrag kann weitere Ausstattung mitgeführt oder durch andere Einheiten zum Boot verbracht werden.

Besatzung

Die notwendige Besatzungsstärke richtet sich nach der jeweiligen Bootsausführung, der vorhandenen Ausstattung sowie dem Einsatzauftrag. Die Besatzung muss über die für den Betrieb des Wasserfahrzeugs erforderlichen Kenntnisse und Qualifikationen verfügen.

Bei Einsätzen auf Gewässern sind neben der eigentlichen Bootsführung insbesondere die geltenden Sicherheitsbestimmungen, örtlichen Gegebenheiten und die jeweiligen Vorschriften für das Befahren des Gewässers zu beachten.

Historisches

Bestimmte Ausführungen gehen auf Boote zurück, die in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) für die Nationale Volksarmee (NVA) entwickelt und gefertigt wurden. Sie wurden dort unter anderem als Rettungs- und Sicherungsboote bei den Pioniertruppen der NVA eingesetzt.

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 wurden die Bestände der NVA aufgelöst. Ein Teil der vorhandenen Wasserfahrzeuge wurde in zivile Strukturen übernommen. Hierzu gehörten auch Boote, die später beim Technischen Hilfswerk Verwendung fanden.

Die Übernahme ehemaliger NVA-Boote ermöglichte es dem THW, robuste und bereits vorhandene Wasserfahrzeuge für den Katastrophenschutz weiter zu nutzen. Im Laufe der Zeit wurden einzelne Boote entsprechend den Anforderungen des THW angepasst und modernisiert.

Zu den möglichen Anpassungen gehörten beispielsweise:

  • Erneuerung oder Austausch des Außenbordmotors
  • Anpassung der elektrischen Anlage
  • Einbau beziehungsweise Erneuerung von Funk- und Kommunikationstechnik
  • Anpassung der Sicherheitsausstattung
  • Ergänzung einsatzbezogener Ausrüstung
  • Instandsetzung und Modernisierung des Bootsrumpfes