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Mastkran

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Ein Mastkran dient als Anschlagpunkt für Rettungsmittel zur Menschenrettung oder dazu, Lasten anzuheben oder abzulassen und sie gegebenenfalls ein paar Meter weiter abzusetzen. Er wird angewendet, wenn zur Rettung oder mit der Last eine Kante zu überwinden ist (Kaimauer, Grubenkante). Der Mastkran kann aus Rundhölzern, Steckleiterteilen oder dem Einsatz-Gerüstsystem gebaut werden.

Aufbau mit Rundhölzern[Bearbeiten]

Der Mastkran besteht aus einem seilschräg aufgerichteten Mast (Leiter), der nach vier, wenigstens jedoch nach drei Seiten abgespannt werden muß. Die Ankerseile werden ca. 20 cm unterhalb der Mastspitze mit einem Mastwurf angeschlagen.

Absichern des Mastkrans[Bearbeiten]

Zum Absichern des Mastfußes gegen seitliches Ausbrechen oder Absinken in den Boden sind entsprechend den Bodenverhältnissen Sicherungsmaßnahmen zu treffen. Der Umfang der Absicherung richtet sich danach, ob es sich um standfesten oder nachgiebigen Boden handelt. Die Standbeine sollten ca. 40-50cm in den Boden eingelassen sein, wobei Holz- oder Stahlplatten verwendet werden sollten.

Aufrichten[Bearbeiten]

Das Aufrichten eines Mastkranes erfolgt erst, nachdem Kloben und Ankerseile am Kopfende des Mastes angeschlagen sind, die Mastfußsicherung hergestellt ist und die Verankerung der Ankerseile festliegt. Beim Aufrichten wird das im Kloben eingeschierte Lastseil mitverwendet. Zum Aufrichten sind neun Helfer erforderlich.

  • Helfer 1 bis 5 besetzen die drei Ankerseile und je ein Ende des Lastseils.
  • Helfer 6 bis 8 unterstützen das Anheben am Mast, ggf. mit Hilfe von Scherbäumen (Schwalben) oder Leitern.
  • Helfer 9 stellt ein kurzes Bohlenstück aufrecht in das Mastloch(als Rutschfläche für den Mastfuß) und hält es fest.

Das Aufrichten erfolgt auf Kommando unter gleichzeitigem Ziehen der Helfer an den Lastseilenden und dem Ankerseil sowie gleichzeitigen Anheben und Drücken der Helfer am Mast. Die Ankerseile werden nach dem Aufrichten des Mastes an den vorbereiteten Verankerungen festgelegt. Das Lastseil wird für seine eigentliche Aufgabe frei. Zur Fürhung des Lastseiles wird eine Umlenkrolle mittels Seilbund etwa 30 cm oberhalb des Mastfußes angeschlagen.

Arbeitsstellung und Tragfähigkeit[Bearbeiten]

Tragfähigkeit (t) Tragfähigkeit (kN) Länge (m) Rundholz (cm Ø) Kantholz (cm²)
5 50 6 18 16/16
3 30 7,5
2 20 9
7 70 7,5 23 bis 24 20/20
5 50 9
3 30 12
2 20 15 24/26
20 200 6
15 150 7,5
10 100 9 29 bis 30 24/28
6 60 12
4 40 15

Die Arbeitsstellung des Mastkranes richtet sich nach Abmessungen und Gewicht der zu bewegenden Last. Zum Ablassen von Verletzen und anderen Lasten darf der Winkel zwischen Boden und Mastachse 60° nicht unterschreiten. Bei Schweren Lasten darf der Winkel nie kleine als 75° sein.

Tips[Bearbeiten]

  • Auf harten oder glatten Boden zum Bohren der Löcher den Gesteinsbohrhammer verwenden. Behelfsmäßige Mastfußsicherungen z.B. durch Sandsäcke, Trümmer etc. gewärleisten nur selten die erforderliche Standsicherheit.
  • Der Mastkran kann auch mit Hilfe von Zwei und Dreibock in verbindung mit Greifzugseilen oder Windenseilen aufgerichtet werden. Dabei ist zu beachten, daß der Haken des Greifzugseils nur mit einem Stropp am Mastkran engeschlagen werden darf.

Aufbau mit Einsatz-Gerüstsystem[Bearbeiten]

Aus dem Material des Einsatzgerüstsystems lässt sich ein Mastkran mit 3-5 Helfern in 3-5 Minuten errichten.

Materialbedarf[Bearbeiten]


  • Arbeitsleinen
  • Erdanker
  • Rettungsausstattung

Aufbau[Bearbeiten]

Die Vertikalstiele werden in das Dreibockkopfteil eingesteckt und mit Federsteckern gesichert. Auf die andere Seite kommen die Gewindefußplatten (ungefähr gleich lang ausgedreht), die gegebenenfalls auch gesichert werden müssen. In das dritte Rohr am Dreibockkopfteil kommt der Einsteckring, der mit einer Sicherungsschraube gesichert werden muss. An der Öse des Einsteckrings wird mittels Schäkel (3t) das Greifzugseil angeschlagen. Zur Personenrettung ist zwingend ein Greifzugseil, alternativ ein Stahlstropp oder eine Kette zu verwenden. Sicherheitsseile sind für diese Verwendung nicht mehr zugelassen[1]. Damit die Beine des Mastkrans nicht auseinander knicken wird er mit der Dreibocksicherung in der zweiten Lochscheibe von oben gesichert. In die Öse im Dreibockkopfteil kann nun das Rettungsmittel, z.B.Rollgliss, eingehängt werden.

Nun wird der Mastkran an der Einsatzsstelle aufgerichtet. Die Beine werden so weit nach außen geschoben, dass die Dreibocksicherung gespannt ist. Die Füße werden entweder durch ein Widerlager oder mit Arbeitsleinen und Erdanker gegen Wegrutschen gesichert. Der Neigungswinkel des Mastkrans muss zwischen 68 und 75° gegenüber der Waagerechten betragen (entspricht dem Anstellwinkel von Leitern). Nach hinten wird der Mastkran mit dem Sicherheitsseil an einem sicheren Anschlagpunkt (Fahrzeug, Erdanker) abgespannt.

Die Belastbarkeit dieser Konstruktion ist mit 3 kN angegeben.

Literatur[Bearbeiten]

Handbuch EGS im Extranet

Aufbau mit Steckleiterteilen[Bearbeiten]

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Quellen[Bearbeiten]

  1. Gemäß "Änderungshinweis zum Handbuch Einsatzgerüstsystem" vom 28.12.2005, einsehbar im THW-Extranet


Konstruktionen mit dem Einsatz-Gerüstsystem
align="center" ab Bausatz 1: Dreibock | Mastkran | Lastarm | Anschlagrahmen | Einspann-Ausleger | Delta-Ausleger | Türquerriegel | Abstützung
ab Bausatz 2: Schnellrettungsgerüst | Arbeitsplattform | Lastausleger | Transportwagen | Deckenabstützung | Werkbank
ab Bausatz 3: Rettungs- und Bergungsplattform | Wandabstützung | Übungsturm
ab Bausatz 4: Steg | Hochwasserlaufsteg | Desinfektionsschleuse | Greifzugportal