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Handschuh

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Handschuhe dienen zum Schutz der Hände und teilweise der Unterarme vor Verletzung durch mechanische, chemische, biologische oder thermische Einwirkungen.

Handschuharten[Bearbeiten]

Beim THW werden viele verschiedene Arten von Handschuhen eingesetzt[1]:

  • Einsatzhandschuhe
  • Leder-Stulpenhandschuhe nach EN 388 und EN 407 zum Beispiel für die Ausbildung und den „Normalbetrieb“ thermischer Schneid- oder Schweißverfahren oder Arbeiten mit Greifzugseil/Seilwindenseil oder hydraulischem Rettungsgerät.
  • Einfach Arbeitshandschuhe (EN 388, „Baumarkthandschuhe), zum Beispiel für Montagearbeiten (Brücken, EGS, pp.), Instandhaltungsarbeiten (Werkstatt) oder Ladungssicherungsarbeiten (LKW-Ladeflächen)
  • Mineralölbeständige Handschuhe nach EN 374
  • Infektionsschutzhandschuhe (Einmalhandschuhe, „Latex-Handschuhe“)

Einsatzhandschuh[Bearbeiten]

Mit der Rundverfügung 003/2009 Referat E4[2] wurde ab 2010 der neue Einsatzhandschuh verbindlich eingeführt.

Der Einsatzhandschuh ist hauptsächlich zum Schutz im Einsatz vorgesehen, wenn mögliche Risiken nicht vorherzusehen sind. Sofern für eine bestimmte planbare oder regelmäßige Tätigkeit andere Schutzhandschuhe ausreichenden Schutz bieten, können diese statt der Einsatzhandschuhe verwendet werden.

Die aktuellen Einsatzhandschuhe des THW werden von der Seiz Technical Gloves GmbH als Modell "Operator" gefertigt.

  • THW Sachnummer 8415T91791
  • Innenhand: aus Spaltleder
  • Rückhand: Nomex mit aufkaschiertem Filz aus Kevlar© und Knöchelschutz aus Spaltleder
  • Strickstulpe: aus Kevlar© clean mit aufgesetztem Pulsschutz
  • Futter: Strickfutter aus Kevlar©
  • Membrane: Gore-Tex MWFG - Membrane
  • ultramarin und schwarz gehalten mit gelber THW-Zahnrad auf dem Handrücken
  • EN 388 3343
  • EN 407 43X2XX
  • EN 420 (keine näheren Angaben)
  • Fingerfertigkeit: 3
  • 60° Waschbar

Lederstulpenhandschuh[Bearbeiten]

Lederstulpenhandschuhe nach EN 388 und EN 407 gehören nach wie vor zur erforderlichen Schutzausrüstung im THW, z.B. für den "Normalbetrieb" thermischer Schneid- oder Schweißverfahren (Schweißen, Brennschneiden), sowie Arbeiten mit Drahtseilen oder hydraulischem Rettungsgerät. Bei diesen Tätigkeiten können die Einsatzhandschuhe leicht beschädigt werden und sollen daher nicht eingesetzt werden.

Aus Arbeitschutzgründen sollte jeder Helfer Lederstulpenhandschuhe zur persönlichen Schutzausrüstung zählen, Geh02 fordert sogar Kevlar verstärkte Handschuhe für den Bergungsdienst.

Praxistipp:

  • Um Handschuhe immer griffbereit zu haben, können die Handschuhe in die Koppel gesteckt werden, und zwar auf die linke Seite, damit Rechtshänder sie schnell erreichen und mit den Finger nach oben, damit kein Dreck hinein fällt.
    Eine Alternative ist es, die Handschuhe mit einem Bürolocher mit zwei Löchern zu versehen und an einem Karabiner links am Gürtel zu tragen. Handschuhhalter, die die Handschuhe einklemmen, haben sich nicht als praxistauglich erwiesen, da die Handschuhe leicht verloren gehen.

Infektionsschutzhandschuh[Bearbeiten]

Sie dienen zum Schutz vor Infektionen bei der Wundversorgung und als Infektionsprävention des Helfers vor Übertragung von Krankheiten z.B. beim betreuen einer hilflosen Person.

Dabei müssen die Handschuhe gemäß DIN EN 455 1-3 (Medizische Handschuhe zum einmaligen Gebrauch) zugelassen sein. Das verwenden von anderen Handschuhen z.B. aus der Lebensmittelindustrie ist nicht zulässig. Um Allergien vorzubeugen sollten Handschuhe aus Nitril verwendet werden.

Praxistipps:

  • Zur Standardausrüstung eines jeden Helfers sollte mindestens ein Paar Einmalhandschuhe gehören.
  • Bei der Versorgung mehrerer oder stark blutender Patienten sollten möglichst 2 Paar Handschuhe übereinander getragen werden. Dadurch kann das obere Paar bei starker Verschmutzung oder Patientenwechsel schnell ausgezogen, bzw. gewechselt werden.
  • Von der Lagerung in einer Filmdose oder einem Überraschungsei ist abzusehen, weil so die Handschuhe beschädigt werden können. Besser geeignet sind so wiederverschliessbare Plastikbeutel. Auch können Dosen in der Einsatzbekleidung teilweise stark drücken, z.B. im Atemschutzeinsatz.
  • Wie alle Medizinprodukte unterliegen auch Einweghandschuhe einem Verfallsdatum und sind nach diesem zu verwerfen.
  • Diese Handschuhe eignen sich zudem sehr gut bei Arbeiten im Rahmen des technischen Dienstes mit Farben, Lacken, Ölen oder Fetten, sofern hierfür nicht andere, spezielle Handschuhe angebracht sind, siehe unten.

Chemikalienschutzhandschuhe[Bearbeiten]

Für Arbeiten mit Chemikalien, Mineralölen und anderen Gefahrstoffen können ggf. spezielle Handschuhe nach EN 374 benötigt werden.

Hierbei sind für den Einsatzzweck geeignete Handschuhe auszuwählen. Vor allem das Material der Handschuhe muss gegen die auftretenden Stoffe ausreichend beständig sein.

Siehe auch: w:Chemikalienschutzhandschuh

Arbeitshandschuhe[Bearbeiten]

Für manche Arbeiten sind einfache Arbeits- oder sog. "Montagehandschuhe" ausreichend. Vor allem auch wenn Einsatzhandschuhe oder Lederstulpenhandschuhe keine für die Tätigkeit ausreichende Fingerfertigkeit bieten, werden gerne andere Modelle eingesetzt.

Die Arbeitshandschuhe können aus SB-Mitteln oder privat von den Helfern angeschafft werden. Oft sind hier Schnittschutzhandschuhe oder Winterhandschuhe der Bundeswehr anzutreffen. Wichtig ist, dass die Nutzung der Handschuhe genehmigt ist, und diese über eine Zertifizierung nach EN 388 verfügen, die dem Einsatzzweck angemessen ist. Teilweise kann auch ein Kälteschutz nach EN 511 sinnvoll sein.

Arbeitshandschuhe können z.B. für Montagearbeiten (EGS, Brücken, etc.), Instandhaltungsarbeiten oder bei der Ladungssicherung verwendet werden.

Maße[Bearbeiten]

Zur Bestimmung der Handschuhgröße wird der Umfang der Hand auf Höhe der Fingerknöchel gemessen, ohne Daumen. In der nachfolgenden Tabelle kann die Größe abgelesen werden:

Handumfang in cm 12,00 13,25 14,50 15,75 17,00 18,25 19,50 20,75 22,00 23,25 24,50 25,75 27,00
Handschuhgröße 4 4,5 5 5,5 6 6,5 7 7,5 8 8,5 9 9,5 10

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]