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Fünf Phasen der Bergung: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 14. September 2008, 11:51 Uhr

Die 5 Phasen der Bergung bezeichnen die unterschiedliche Zeitabschnitte bei der Rettung von verschütteten Personen.

Einsatzstellen sind immer gefährlich auch für die Einsatzkräfte. Damit der Einsatz maximalen Erfolg bei minimalem Schaden an Gerät und Personal verspricht, gibt es einige Grundsätze zu beachten:

Grundsätze der Bergung

  • Die Rettung von Menschenleben hat Vorrang vor allen anderen Maßnahmen.
    • Einsatzschwerpunkte bilden.
    • Nicht kleckern, klotzen!
  • Nie sich selbst in Gefahr bringen.
    • Nie alleine die Einsatzstelle betreten, d.h. immer in Halbtrupps vorgehen.
    • Den Weg heraus nehmen, den man hinein gegangen ist.
    • Immer dem Vorgesetzten mitteilen, wo man zu finden ist.
    • Für eine Rissüberwachung sorgen.
    • Evakuierungssignale laut INSARAG kennen.
    • Zugangskontrolle für den Gefahrenbereich etablieren.
  • Für Ruhe sorgen und Erschütterungen vermeiden.
    • Trümmer möglichst nicht belasten oder betreten, wenn sie bewegt werden müssen möglichst schonend, d.h. mit Hand.
    • Klemmende Türen nicht mit Gewalt öffnen.

Die Bergungsphasen sind nach dem Prinzip ”Vom Leichten zum Schweren” aufgebaut. Der Aufwand in den einzelnen Phasen steigt kontinuierlich an. Gleichzeitig nimmt bei den durchsuchten Schadenselementen die Überlebenswahrscheinlichkeit ab, d.h. es werden als erstes die Elemente durchsucht, bei denen ein Überleben am wahrscheinlichsten ist.

Erkunden und Sichern

  • Sichern der Einsatzstelle
    • Gefahrenbereich absperren, aus Trümmerschatten fernhalten
    • Verkehr regeln und kontrollieren
    • Brandschutz sicherstellen
    • EX- und OX- Messungen durchführen
    • Gas / Wasser / Strom regeln und kontrollieren
  • Herumgehen um die Einsatzstelle, ohne die Trümmer zu betreten. Dabei
  • Befragen und Erkundigungen einholen (Anzahl Verletzter, besondere Gefahren)
    • Anwohner und Zeugen
    • Eigentümer / Bauaufsichtsamt
    • Versorgungsunternehmen
    • w:Polizei
  • Rückmeldung und Anforderung absetzen
  • Einsatzdokumentation beginnen, d.h. Einsatztagebuch, Bergungslisten führen

Durchsuchen

  • Erkunden sicherer Gebäudeteile und Nachbargebäude dabei
    • Auf Gebäudeschäden und versteckte Gefahren achten
  • Gefahrenbereich (Zutritt nur für Einsatzkräfte) und Absperrbereich (Zutritt für die erforderlichen

Einsatz- und Unterstützungskräfte) festlegen und kennzeichnen

  • Räumen der angrenzenden, gefährdeten Bereiche der Schadenstelle
  • gerettete Personen registrieren und befragen
  • Umfassende Rückmeldung absetzen

Eindringen und Durchforschen

  • Absichern einsturzgefährdeter Bauteile
  • Durchsuchen von raumbildenden Schadenselementen
  • Gezielte Suche aufgrund von Zeugenaussagen und Beobachtungen
  • Einleiten von umfangreichen Ortungsmaßnahmen
  • Rettung unter Einsatz schwerer technischer Geräte

Orten und Bergen

  • Durchsuchen der Einsatzstelle aufgrund von Vermutungen
  • Durchsuchen aller Stellen an denen Überleben möglich ist
  • Einsatz umfangreicher Ortung
  • Rettung unter Einsatz schwerer technischer Geräte
  • Sichern der Gebäude-Restsubstanz

Beräumen

  • Abtragen der Trümmer, dabei immer mit dem Auffinden weiterer Überlebender rechnen
  • Bergung schwer zugänglicher Opfer
  • Regelmäßige Unterbrechung der Räumarbeiten zur Ortung in der neuen Trümmerstruktur

vgl. auch Grundsätze der technischen Rettung